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Ein teuflischer Diebstahl

Die versunkene Glocke von St. Clemens

Ein teuflischer Diebstahl:Die versunkene Glocke von Drolshagen

Aus: Friedrich Albert Groeteken, Sagen des Sauerlandes,1926 (hg. von Dr. Magdalena Padberg,1989), S.74 – 75. In ungekürzter und unbearbeiteter Fassung





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Der Teufel stand einmal auf dem Papenberge bei Drolshagen und sah auf Drolshagen nieder. ,,Mein liebes Städtchen”, rief er, dass du so schmuck und blank zwischen Berg und Tal gelegen bist, wie habe ich dich stets so gerne gehabt. An allen Ecken stand ein Wirtshaus, in dem alles, Jung und Alt, trank. Nun sind die Drolshagener mit einmal fromm geworden, die Gräfin lässt eine Kirche bauen! Leider bin ich es selber schuld; denn jedes Jahr schickte ich euch die Grippe auf den Hals, um meine lieben Saufbrüder in die Hölle zu bekommen. Da bekamen die Leute nun Angst und liefen den Mönchen nach. Und jeder Stein am neuen Klemensturm tut mir unsäglich weh. Doch was sehe ich? Eine Menschenmenge steht vor dem Turm, und gerade zieht man eine neue Glocke herauf! Nein, das darf ich nicht dulden; denn das Glockenlauten kann ich nun ganz und gar nicht vertragen."

Ein wenig wartete der Teufel noch, da griff der Küster zum Seil der eben befestigten Glocke und zum Jubel des Volkes erklang sie hell und froh: Bim, bam, bim, barn! Aber zugleich ertönte auch ein Sausen und Brausen in den Lüften, ein Heulen und Pfeifen, als ob der Sturmwind die Bäume des Papenberges entwurzeln wolle. Der erste Klang hatte das Ohr Luzifers getroffen. Da reckte er sich empor, Flammen schossen aus seinen Augen. Dann entfaltete er seine Fledermausflügel, und rasch wie der Blitz stand er auf den Mauern des Turmes, feurig rot in gelbem Schein. Die Männer standen, lahm vor Schreck, die Frauen fielen in Ohnmacht, die Kinder jammerten und weinten. Alles rief: ,,Herr Teufel, verschone uns!" Der aber trat gegen die Turmmauer, dass sie mit lautem Krache barst, fasste die Glocke und riss die ungeweihte (Glocke) so hart vom Balkengerüst, dass sie in den Klauen des Teufels wehmutig wimmerte. Dann trug er sie über Drolshagen hinweg und versenkte sie im Glockensiepen, der später verschwunden ist.

An den vier Hochzeiten kommt noch der klagende Klang der ungetauften Glocke aus der Tiefe. Der Teufel hat nun auch seine Glocke und wenn die Glaubigen zu Ostern oder Christtag sich ergötzen wollen am Glockenklang vom Klemensturme, erfreut sich der Böse damit, tief unten im Glockensiepen zu lauten, den Drolshagenern zum Spotte.

In St. Clemens hängen wieder Glocken - überzeugen Sie sich selbst





St. Clemens Kirche
St. Clemens Pfarrkirche
Die Pfarrkirche St. -Clemens reicht in ihrer ältesten Gestalt in die Zeit des Bischofs Anno von Köln (1050-1075) zurück.
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Orte Drolshagen Altes-kloster-drolshagen Bild-1-2
Altes Kloster Drolshagen
Im Jahr 1235 schenkten Graf Heinrich III. von Sayn und seine Gemahlin Mechtildis von Landsberg den Zisterzienserinnen zur Gründung eines Klosters in Drolshagen den dafür notwendigen Grundbesitz.
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